Handschrift

Handschriftprobleme sind kein Schicksal

Unleserliche Handschriften prägen immer mehr den Schulalltag. Wenn man schnell und gut schreiben könnte, würde Schule wahrscheinlich richtig Spaß machen. So beschreibt ein Fünftklässler die Tragweite seines Handschriftproblems. Betroffene Kinder selbst sowie ihre Eltern und Lehrer sind oft ratlos angesichts einer verlangsamten, unkoordinierten, schwer lesbaren Handschrift. Nach einer Untersuchung hat jedes sechste Kind des 5. und 6. Jahrgangs mit erheblichen Handschriftproblemen zu kämpfen. Umfragen des Deutschen Lehrerverbandes an weiterführenden Schulen ergaben, dass ungefähr 30 % der Kinder es nicht schaffen, eine halbe Stunde lang beschwerdefrei zu schreiben. Wo liegen die Ursachen verlangsamter, verkrampfter, unleserlicher Handschriften? Die Kinder bewegen sich zu wenig und tippen zu viel auf dem Handy, so lautet die gängigste Erklärung. Häufig sind es aber keineswegs feinmotorische Defizite, sondern Fehlentwicklungen im Schrifterwerbsprozess selbst, die Hindernisse in der Schrift aufbauen und „Krakelschriften“ entstehen lassen.

Anhand konkreter Schriftbeispiele sollen Entstehung und Ausprägung typischer Schriftdefizite unter die Lupe genommen werden. Eltern und Grundschullehrerinnen sollen Antworten finden auf die Frage, wie Handschrift gefördert und verbessert werden kann und welche Tendenzen in der aktuellen Schriftdidaktik vorherrschen.

Maria-Anna Schulze Brüning